Quelle: ELEmente/Energie-Mix/02 2012

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Alles im Warenfluss

Ob per Straße, Wasser, Schiene oder Luft: Die Spedition Rottbeck transportiert als moderner Dienstleister Waren weltweit. In Bottrop betreibt der ELE-Kunde ein imposantes Logistikzentrum – pro Tag gehen hier 2.500 Sendungen auf die Reise.

 

Nachts, wenn Bottrop schläft, rattern im Gewerbepark am  Rhein-Herne-Kanal bereits die Motoren. Vor den großen Hallen der Spedition Rottbeck versammeln sich Lkw-Fahrer, um ihre Waren aufzuladen. Mitarbeiter holen die Paletten aus den Regalen, verpacken, kennzeichnen und Scannen jedes Frachtstück. Ob Möbel, Sanitärteile, Wasserschläuche oder Kompressoren – alles geht mit. Gabelstapler surren, Rolltore rattern, Plastikfolien knistern.

Kein Mitarbeiter steht hier still. Zeit ist Geld. Das gilt vor allem in der Logistikbranche. Weil nachts die Straßen leerer sind, werden allein 200 der täglichen 750 Tonnen Fracht zur Schlafenszeit umgeschlagen. Gegen drei Uhr ist der erste Ansturm vorbei. In wenigen Stunden folgt der nächste. Bei Rottbeck ist 24 Stunden lang Betrieb.

 

Dass das Nachtgeschäft so brummt, hat einen weiteren Grund. Geschäftsführer Frank Rottbeck (40) machte die Spedition 2010 mit ihrer 47.000 Quadratmeter großen Gewerbefläche zu einem Drehkreuz (Hub) für den bundesweiten Linienverkehr von Lkw. Dafür ging er eine Kooperation mit der Cargo Trans Logistik (CTL) ein. In diesem Verbund tauschen Spediteure ihre Waren an bestimmten Punkten aus, um vor dort direkt den Kunden anzufahren.

Bottrop ist mit dieser Verbund-Kooperation zu einem wichtigen Warenumschlagplatz geworden. „Unser großes Platzangebot und die Nähe zum dichten Autobahnnetz hat CTL überzeugt“, sagt der Geschäftsführer, der aus einem ehemals kleinen Familienunternehmen einen modernen Logistikdienstleister mit breitem Aktionsradius gemacht hat.

 

„ Ein Unternehmen, das sich nicht entwickelt, trocknet irgendwann aus“, so der  studierte Betriebswirt. Mit dieser Erfolgsformel im rücken erwirtschaftet Rottbeck mittlerweile 20 Millionen Euro Umsatz jährlich.

Die Vielfalt von Rottbeck lässt sich auch an der Geschäftsbeziehung zu Langnese veranschaulichen: Der Eishersteller lagert seine Kühltruhen bei Rottbeck zwischen. Aber eben nicht nur. Zur Service der Spedition gehört es auch,  die Truhen zu reinigen, zu warten und natürlich an die Kunden zu versenden. In einer eigens darauf ausgerichteten Werkstatt bringen Mitarbeiter die rot-weißen Behälter wieder in Schuss. „ Gut 80 Prozent aller Langnese-Truhen deutschlandweit werden von hier bewegt“, sagt der Geschäftsführer.

Frank Rottbeck führt die Spedition in dritter Generation. 1939 startete sein Großvater das Geschäft mit Pferd und Kutsche in einem kleinen Ort bei Borken. Ein Tipp brachte die Familie eher zufällig nach Bottrop. „Man sagte uns, das Gelände hier stehe zum Verkauf“, erinnert sich Frank Rottbeck. Es klappte. Das Unternehmen zog 2000 um.

2008 erweiterte Rottbeck die Spedition um einen neuen großen Umschlagterminal, investierte in Sicherheitssysteme und moderne Verwaltungssoftware mit W-Lan-Netzen in den Hallen.  Die erfassten Warenbewegungen fließen sofort in die Verwaltungssoftware. „Schnelligkeit und Transparenz sind von großem Vorteil.“ 2010 erwarb die Spedition zusätzlich eine 7.500 Quadratmeter große Logistikhalle auf einem  Nachbargelände.

 

Frank Rottbeck hat viele Ideen, wenn es um das Potenzial seine Firma geht. Kluge Kooperationen mit anderen Anbietern  und Partnern vergrößerten stetig das Leistungsangebot: Neben  dem klassischen Transport gehören Lagerung, Express-Fracht, Paketdienst und sogar Beschaffung von Material zu den Angeboten der Spedition. Selbst Importe per See- und Luftfracht aus China, Japan oder Brasilien stellen für den Dienstleister kein Problem dar.

„Wir sind dabei, das Import-Seegeschäft auszubauen“, sagt Frank Rottbeck. Erste Partner sind gefunden. Für Kunden übernimmt  die Spedition das Verpacken, den Zoll, die Dokumentenverwaltung und den Containertransport über Rotterdam – kein Land scheint zu weit. „ Per E-Mail ist die Kommunikation international kein Problem mehr“, sagt der junge Geschäftsführer. „Wir haben erste erfolgreiche Aktionen abgewickelt.“

 

Frank Rottbeck möchtet noch mehr erreichen. Als Mitglied von InnovationCity Bottrop kann er sich vorstellen, ein Citylogistikprojekt für die Region anzustoßen. Seine Vision: Händler aus der Innenstadt lagern ihre Ware zentral auf einem nahen Gelände statt in teuren, engen Geschäfträumen in der Stadt. Die Ware kommt umweltfreundlich auf kurzem Wege per Hybridauto in der Stadt. „Mir ist das Thema Energie wichtig“, sagt er.

 

Dass Frank Rottbeck nicht nur redet, zeigt der Blick auf ein Lagerdach. Dort steht eine große Photovoltaikanlage – auch das passt zum unternehmerischen Weitblick des Betriebswirtes.

www.rottbeck.de

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